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Kaufberatung Snowboardbindungen

Snowboardbindungen: die Verbindung zwischen Board und Boot

1. Die Bestandteile der Bindung

Die Bindung besteht aus drei Teilen:

  • Aus der Baseplate,
  • dem Highback und
  • den Straps.
Härtere Modelle sind für Freerider, die eine direkte Kraftübertragung schätzen. Weichere Bindungen geben Freestyle Snowboardern und Anfängern mehr Bewegungsfreiheit.

Burton X-Base 2017 Burton X-Base 2017 von oben
Burton X-Base 2017

2. Die Größe der Bindung

Das oberste Kriterium bei deiner Entscheidung für eine Bindung ist die Bindungsgröße. Die Bindung sollte an deinen Boot angepasst sein. Das heißt, die Länge und Breite der Baseplate sollten möglichst genau mit der Länge und Breite der Schuhsohle abschließen. Hersteller wie Rome, Nitro oder Burton bieten verschiedene Größen an. Die meisten Snowboardbindungen werden in S, M, und L angeboten, einzelne Modelle gibt es auch in XS und XL. Hersteller wie Union bezeichnen ihre Größen mit S/M, M/L und L/XL. Um die Bindung perfekt an deinen Snowboardboot anzupassen, kannst du häufig sowohl Toe- und Heel-Ramp, die Straps als auch das Highback feinjustieren. Je hochwertiger die Bindung, desto mehr Optionen zur genauen Anpassung an deine Bootgröße stehen dir zur Verfügung.

Größe der Snowboardbindung auf's Brett angepasst
Die richtige Größe der Bindung für dein Board ist wichtig - hier mit Snowboardbindung von Burton

3. Bindungssysteme für dein Snowboard mit Straps

Neben den klassischen 2-Strap Bindungen gibt es sogenannte Speed-Entry-Systeme. Bei der Urform hast du einen Toe- und einen Ankle-Strap, die sich über Ratschen schließen und öffnen lassen. Für den Fersenhalt ist der Ankle-Strap zuständig, der dein Fußgelenk fixiert. Die Zehen hält der Toe-Strap nach unten. Beide Straps kannst du unabhängig voneinander an deinen Snowboardboot anpassen. Bei der Speed-Entry-Variante sind die beiden Straps miteinander verbunden und nur mit einer Ratsche fixiert. Dadurch sparst du Zeit beim Ein- und Aussteigen, kannst sie aber nicht so exakt einstellen wie zwei separate Schnallen.

Snowboardbindungen vom klassischen 2-Strap-System bis zur Speed-Entry-Variante

4. Heckeinsteiger Snowboardbindungen

Bei der Heckeinstiegvariante bleiben Toe- und Ankle-Strap geschlossen, lediglich das Highback wird nach hinten geklappt. Den Schuh schiebst du unter die geschlossenen Straps. Der Druck auf den Boot bleibt dabei immer gleich, aber auch Feinjustierung über die Schnallen ist möglich. Nur mit einem Handgriff schließt und öffnest du das Modell, das spart dir Zeit. Auch hier gibt es Systeme mit einem Strap – Speed-Entry – und zwei Straps. Speed-Entry-Bindungen mit zwei Straps gibt es von Marken wie K2, SP, Völkl, Gnu und Roxy.

  • Cinch-Bindung und
  • Fastec-System.
Bei Cinch- und Fastec-Bindungen lockert sich durch das Öffnen des Highbacks der Ankle-Strap, beim Schließen zieht er erneut an. Im Fall Cinch kannst du auch ganz normal über die Ratschen ein- und aussteigen. Bei Fastec-Bindungen funktioniert lediglich der Heckeinstieg, da die Straps nicht mit Ratschen versehen sind.

Die Klassiker im Speed-Entry-Bereich sind die Bindungen von Flow. Die Firma setzt seit jeher auf Heckeinsteigerbindungen, die mit einem großen Strap auskommen, der im Normalfall nur einmal auf deinen Boot eingestellt wird und somit keine weitere Justierung am Berg benötigt. Dieser Strap reicht meist über den kompletten Spann des Boots und drückt diesen gleichmäßig in die Bindung.

Auch Flow bietet mittlerweile Hybridmodelle mit Heckeinstieg und zwei Straps mit Ratschen zur Feinjustierung an.

Verschiedene Heckeinsteigermodelle von One-Strap bis Two-Strap

4.1 Die verschiedenen Toe Straps

Bei den Snowboardbindungen gibt es drei verschiedene Zehenschnallen:

  • Der gewöhnliche Toe-Strap läuft quer über den Zehenbereich und übt Druck von oben aus.
  • Der Cap-Strap hat eine kleine Zehentasche, die über der Zehenkappe des Boots verläuft und damit den Boot besser in die Bindung drückt.
  • Der Regular- und Cap-Strap kann sowohl über als auch auf den Zehen getragen werden, da der mittlere Bereich aus einem weicheren Material besteht und sich somit der Zehenkappe anpassen kann.

Rome Bindungen

5. Der Härtegrad der Bindung (Flex)

Die Härte des Highbacks entscheidet über die Beweglichkeit nach vorne und hinten sowie zur Seite. Dieser Flex reicht von 1 (weichem Urethan) bis zu 10 (steifem Karbon). Wenn du ein weicheres Highback wählst, erfährst du mehr Komfort. Jibber und Freestyler schätzen, dass sie mehr Freiheit zum Tweaken und Bonen haben. Ein härteres Highback gibt ein direkteres Handling über das Board, verzeiht aber auch weniger Fehler. Die Härte des Schuhs und der Härtegrad des Highbacks sollten aufeinander abgestimmt sein. Ein weicher Boot braucht auch eine weiche Bindung und umgekehrt. Die Härte deiner Bindung hängt auch stark mit deinem Körpergewicht zusammen. Mehr Gewicht bedeutet auch mehr Flex, weil du in einer zu weichen Bindung nicht den nötigen Halt hast und umgekehrt.

6. Bindungskompatibilität

Die Bindung muss auch auf dein Board abgestimmt sein. Mit dem 4x4-Loch-System haben sich alle Hersteller – bis auf Burton – auf eine Montagenorm geeinigt. Jede Bindung – bis auf Burtons EST – ist mit fast jedem Board kombinierbar. Viele Inserts – die Löcher zur Montage einer Bindungsdisk auf deinem Board – bedeuten viele Möglichkeiten für den passenden Bindungsabstand. Die Disks der Bindungen haben unterschiedlich viele Löcher. So setzt beispielsweise Nitro bei einigen Modellen auf Mini-Disks, die nur noch mit 2 Schrauben fixiert werden. Darüber hinaus haben einige Boards geringere Insert-Abstände und bringen so auf der gleichen Fläche mehr Montagemöglichkeiten mit sich. Der Abstand eines Insert-Paares zum nächsten schrumpft dabei von den klassischen 4 auf 2 Inch. Das heißt, dass weiterhin jede Bindung außer Burton’s EST auf diese Inserts passt. Allerdings gibt es einige Bindungen, zum Beispiel solche mit Union’s Mini Universal Disk, die auf diese Insert-Abstände angepasst sind und somit auf die klassischen 4x4 Inserts nicht passen.

Für Burton’s Channel-System (ICS), das zum Beispiel auch von Endeavor eingesetzt wird, gibt es mittlerweile von fast jedem Hersteller Adapterdisks oder die Kompatibilität ist bereits durch die mitgelieferten Disks gegeben. Perfekt auf das System abgestimmt sind allerdings nur Burton’s EST Bindungen, die auch nur auf das ICS passen. Hier halten zwei Schrauben die Bindung am Board, diese sitzen auch nicht unter dem Fußbett, sondern rechts und links daneben. Deine Stance lässt sich dabei auf den Millimeter genau einstellen, da keinerlei Vorgaben wie Inserts oder Diskzähne beachtet werden müssen.

Snowboard Mounting von 3D über 4x4 und 2x4 bis Channel

7. Das Highback

Das Highback ist maßgeblich für den Halt und die Kraftübertragung auf die Fersenkante zuständig. Die Form und die Größe variieren je nach Hersteller, Bindungsmodell und Einsatzbereich. Du kannst es um einige Grad nach vorne neigen – Forward Lean genannt – um eine bessere Kraftübertragung auf das Board zu erhalten. Wenn du dein Highback senkrecht stellst, fährt sich dein Board fehlerverzeihender und du bekommst ein Extra an Bewegungsfreiheit. Für das Verstellen brauchst du in den meisten Fällen nicht einmal Werkzeug.

Auch um die vertikale Achse lässt sich das Highback bei vielen Bindungen justieren. Je paralleler du es zur Brettkante ausrichtest, desto direkter ist die Kraftübertragung.

Dominik Wagner

Teamfahrer bei Blue Tomato
„Ich bevorzuge Bindungen mit Soft bis Medium Flex! Die geben mir die Beweglichkeit im Fußbereich und funktionieren gut mit meinen harten Boots. Ich habe genau so viel Forward Lean, dass mein Highback immer leicht den Boot berührt um möglichst schnell von der Frontside- auf die Backsidekante zu wechseln.“

8. Der Winkel deiner Bindung

An der Disk kannst du den Winkel der Bindung ablesen, um eine perfekte Stellung zu erreichen. Die Justierung geschieht in Schritten von 3 Grad.

8.1 Die richtige Stellung für Freestyle und Jib

Beim Freestyle und zum Jibben stellst du die Bindung am besten auf eine Duck-Stance ein (eine „V“-Stellung). Dabei hast du vorn einen positiven Winkel und hinten einen negativen mit zentraler Bindungsposition. Ein guter Anhaltspunkt sind Winkel von +15 und -15 Grad. Der Abstand sollte in etwa schulterbreit sein. Diese Stellung ist der natürlichen Fußstellung nachempfunden und schont Gelenke beim Parkfahren.

8.2 Auch beim Freeriden perfekt auf dem Brett stehen

Beim Freeride stehen viele Fahrer nicht nur enger, sondern auch mit leicht zurückversetzter Bindungsposition – Setback – um die benötigte Kraft zu verringern, die Nose über dem Schnee zu halten. Hinten stellst du einen flacheren Winkel als vorn ein. Dabei können auch beide Bindungen einen positiven Winkel haben. Winkel mit Gradzahlen von +21 und +9 Grad sind ein guter Anhaltspunkt, um Kraft auf den Hang zu bringen.

8.3 Der Bindungswinkel für All-Mountain

Für All-Mountain brauchst du eine Stellung, die sowohl auf als auch abseits der Piste funktioniert. Damit du dieses Ziel erreichst, empfehlen wir einen leichte Duck-Stance mit etwas Setback. Vorn erweisen sich Winkel zwischen +12 und +18 Grad als praktisch, wobei hinten geringere Gradzahlen zwischen -3 und -9 Grad gut funktionieren.