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Longboard Buyers Guide bei Blue Tomato

Die Welt des Longboards – viel mehr als nur eine Sportart

Der Longboard- und Skateboardsport tauchte Mitte 1950er auf, zu dieser Zeit explodierte auch die Surf Szene in Südkalifornien. Wenn die Wellen nicht bahnbrechend waren, entschlossen sich die Surfer einfache Holzbretter auf Rollen zu montieren. Sie imitierten damit die Turns vom Surfsport auf der Straße.

Einst ein Trend, ist Longboarden heute viel mehr ein Lifestyle – Surfen auf der Straße. Fuhren vor einigen Jahren nur Geeks den Berg mit Downhill Brettern hinab, triffst du seit geraumer Zeit auch in Städten auf Boardsportbegeisterte. Wer kann es den Städtern verübeln, wenn die Straßen von Autos blockiert werden. Du bist damit nicht nur schneller, sondern verbindest deine Leidenschaft mit sportlicher Betätigung.

Den Einstieg in die Welt der Longboards stellt ein sogenanntes Longboard Complete dar. Bei diesen fix und fertig zusammengestellten Brettern brauchst du nicht mehr selbst Hand anlegen. Einmal ausgepackt kannst du sofort damit loslegen. Das Longboard Deck, die Achsen, die Rollen und die Kugellager sind für den Einsatzbereich aufeinander abgestimmt.

Eins sei dir noch gesagt: Longboard ist nicht gleich Longboard – unter den verschiedenen Fahrstilen findest auch du dein passendes Deck!

Die Einzelteile eines Longboards

Im Großen und Ganzen besteht ein komplettes Longboard aus den gleichen Teilen wie ein Skateboard. Einige Bestandteile sind modifiziert oder auf die Größe des längeren Brettes angepasst, um den Anforderungen an Stabilität, Wendigkeit und Dämpfung gerecht zu werden.

Das Deck: der ausschlaggebende Punkt für deinen Fahrstil

Longboard Decks von Cruiser über Freeride bis Dancing

Wie alle Skateboards bestehen auch Longboards aus robustem Holz wie Ahorn oder Birke. Ein gewöhnliches Longboard hat 7 bis 10 Schichten aus Holz, die miteinander verklebt und anschließend gepresst werden. Die Presse formt das Brett und fügt eine Concave dazu, die sich über die Länge zieht. Concave ist die Form des Brettes von der linken zur rechten Seite. Sie hält deinen Zehen und die Ferse am Brett in Position, dadurch behältst du die Kontrolle über das Board.

Auch Rocker oder Camber Profile (die Mitte des Boards ist abgesenkt oder angehoben) entstehen durch die Presse. Verschiedene Concaves, Profile und Shapes – zum Fahren in eine oder beide Richtungen – bieten für jeden Riding Style das richtige Setup. Einige Hersteller verbessern ihre Bretter mit zusätzlichen Materialien wie Fiberglas, Schaumstoff oder Carbon – höhere Stabilität und geringeres Gewicht sind das Ergebnis.

Achsen: Vom Skateboarden fürs Longboarden

Longboard Achsen bei Blue Tomato

Die Besonderheit bei Longboard Trucks ist, dass der Kingpin in umgedrehter Richtung – als Reverse Kingpin – platziert ist. Diese Konstruktion verleiht dem Board mehr Spielraum und einen engeren Kurvenradius. Herkömmliche Achsen mit normalem Kingpin sind mittlerweile vermehrt Bestandteil von Longboard Setups. Die breiteren Longboard Achsen bieten mehr Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten.

Lenkgummis: kleine Teile mit großem Potenzial

Bushings für Longboard und Skateboard Achsen

Bushings sind die Gummi-Pads zwischen dem Kingpin und der Aufhängung (Hanger) der Achse. Sie beeinflussen das Lenkverhalten deines Brettes und sind in verschiedenen Formen erhältlich. Weichere Lenkgummis sind agiler bei langsamen Fahren, aber instabiler beim Downhillen. Härtere Bushings kommen erst bei hohem Tempo in Fahrt und sind bei Slow Runs schwerer zu handhaben.

Rollen: große Wheels für hohes Tempo

Longboard Wheels für Cruiser, Downhill und Carving Bretter

Die Rollen sind größer als bei einem herkömmlichen Skateboard, dadurch fährst du komfortabler und schneller. Je größer und breiter die Wheels, desto besser sind ihre Dämpfungseigenschaften, desto schneller bist du und desto mehr Grip hast du in Kurven. Damit deine Rollen keinen Kontakt mit dem Brett haben, brauchst du ein Longboard Deck, Longboard Achsen und eventuell sogar Riser Pads. Skateboard Decks mit Longboard Wheels funktionieren nur im seltensten Fall, weil du schlicht und einfach zu wenig Platz unter dem Brett hast. Die Härte (Durometer) der Wheels wird beim Skateboard und Longboard gleich angegeben, wobei Longboard Rollen im Vergleich viel weicher sind.

Kugellager für dein Longboard

Kugellager aus Stahl oder Keramik für Skateboards und Longboards

Bei den Kugellagern kannst du nichts falsch machen. Sie passen in Skateboard, sowie Longboard Wheels und unterscheiden sich nur durch ihre Qualität. Ein „schneller“ oder „langsamer“ gibt es nicht, rein die Präzision der Fertigung – angegeben in ABEC – entscheidet über die Langlebigkeit. Je höher die Zahl nach dem ABEC, desto genauer sind die Lager gefertigt und desto höherer Belastung halten sie stand.

Wenn du mehr zum Thema Bearings wissen willst, findest du hier alle wichtigen Punkte von der Auswahl bis zu Reinigung.

Die verschiedenen Longboard Fahrstile

Bevor du dir dein erstes oder neues Longboard checkst, versuch erstmal herauszufinden, welcher Style für dich in Frage kommt. Denn Longboard ist nicht gleich Longboard – verschiedene Formen erfüllen verschiedene Zwecke. Kürzere Bretter mit Kicktail bringen den größten Spaß beim Herumcruisen, lange Boards mit symmetrischer Twin-Form machen sich besonders gut bei schnellen Downhill Fahrten mit akrobatischen Einlagen. Die ganz langen Bretter nutzt du hingegen zum Dancing und Boardwalking, die sich aufgrund des weichen Flex besonders leicht biegen lassen.

Cruising und Carving

Cruising und Carving Longboards von Loaded für Herren
Photo: Marion Verdier

Wenn du auf Geraden oder Hängen mit leichter Neigung fahren willst, sind Cruiser und Carving Longboards deine Wahl. Sie stellen die optimale Mischung aus Longboard und Skateboard dar. Weiche Rollen und Achsen in ähnlicher Dimension wie beim Skaten machen sich für Einsteiger und Liebhaber des Herumpushens besonders gut.

Downhill: mit hohem Tempo talwärts

Downhill Longboard von Arbor für Herren
Photo: Arbor

Die Longboards zum Downhillen sind für hohe Geschwindigkeiten bei hoher Stabilität ausgelegt. Diese Variante ist für Fortgeschrittene bis Experten geeignet, weil das Verletzungsrisiko bei Talabfahrten für Ungeübte sehr hoch ist. Es ist nicht unüblich mit einem Downhill Brett Slides einzuleiten um die Geschwindigkeit zu reduzieren.

Freeride: elegant um die Kurven sliden

Freeride Longboards von Loaded für Damen
Photo: Loaded

Freeriden ist das Hinunterfahren eines Hügels mit moderatem Speed. Dabei verleihst du deiner Fahrt mit Slides und Curb Hops Style. Die hohe Boardkontrolle auch bei schnellen Fahrten verlangt selbst von Experten alles ab.

Freestyle: Dancing und Boardwalking auf der Straße

Freestyle Longboards von Loaded für Herren
Photo: Christian Rossilo

Freestyle ist der Überbegriff für alles, was du mit deinem Board machst – ob Tricks, Slides oder Tanzen. Mit so einem Longboard erlernen auf der einen Seite Anfänger sehr schnell den Umgang mit dem Brett. Auf der anderen Seite haben genießen sogar Fortgeschrittene bis Experten die Freiheit dieser Boards. Akrobatische Einlagen auf dem Brett werden als Boardwalking“ oder „Dancing“ bezeichnet.

Die Komplettlösung für den Einsteiger: Longboard Completes

Alle Einzelteile eines Longboards sind bei einem Complete bereits miteinander verschraubt. Und das ist nicht alles, denn die Hersteller von Longboard Completes – von Globe über Sector 9 bis zu Loaded – haben die Teile aufeinander abgestimmt. Wenn du also keine Zeit mit Do-It-Yourself Bastelarbeiten verschwenden möchtest, liegst du mit einem Complete absolut richtig. Auch für Anfänger stellen die – fertig montiert und fahrbereiten – Komplett-Longboards eine ideale Lösung dar. Einzig allein die Frage nach der richtigen Disziplin bleibt noch zu lösen, bevor zu zugreifst. Bist du eher der chillige Cruiser und Carving Typ, stehst du mehr auf High Speed Downhill und Freeride Session, oder tanz du lieber im Boardwalking Style. Es gibt auch Allrounder, die eine Mischung aus verschiedenen Disziplinen darstellen.

Der Cruiser ist – im Vergleich zu den anderen Riding Styles – für kürzere Distanzen und besonders urbane Gebiete geeignet. Enge Kurven und schnelle Ausweichmanöver sind seine Spezialität – ob Completes von Globe oder Cruiser von Penny. Bevor du dich auf die Straße bewegst, checke bei deinem Complete, ob auch wirklich alle Schrauben fest sitzen. Wenn die Wheels sich nicht richtig drehen, drehe die Schrauben etwas Lockerer.

Loaded Longboard Slide im Regen mit Helm
Photo: Tr3senlinea Studio

Das Bremsen deines Gefährts will gelernt sein

Bremsen mit einem Longboard Complete oder Cruiser Complete
Photo: Alexandra Kubiak Ho-Chi

Bevor du mit deinem Longboard durchstartest, mach dich mit den Grundlagen der Steuerung vertraut. Das Wichtigste ist, dein Board zum Stehen zu bekommen.

Es gibt einige Methoden, die dir helfen aus voller Fahrt zum Stillstand zu kommen, aber du solltest diese auch beherrschen. Vom Berg bis in Tal ist ein langer Weg und du willst doch sicher unten ankommen. Beachte auch: Andere Verkehrsteilnehmer können auch auf deine Kosten verletzt werden, wenn du nicht richtig vorbereitet bist. Als Anfänger ist eine sichere Methode zum Bremsen deine Lebensversicherung.

Die Fußbremse: der Einstieg in die Bremstechniken

Allen Methoden voran steht das Bremsen mit dem Fuß. Sie ist eine – wenn nicht die sicherste – Methode dein Board zum Stehen zu bekommen. Du nimmst dazu einfach den Fuß, mit dem du für gewöhnlich pusht und hältst ihn flach am Boden neben deinem Board. Wenn du mit der Sohle den Asphalt berührst, verringert sich deine Geschwindigkeit – von großem Vorteil in der Stadt, mit vielen Fußgängern. Die Sohle deines Schuhs leidet zwar beim Bremsen, aber dafür beherrscht du damit die effektivste Methode, um deine Geschwindigkeit zu reduzieren.

Carving – mit gezielten Schwüngen

Carven in weiten Schwüngen – von einer Seite zur anderen – macht dich langsamer. Wenn du kleine und schnelle Kurven fährst, bewirkst du das Gegenteil.

Die Luftbremse – dein Körper stoppt die Fahrt

Auch mit dem Widerstand der Luft kannst langsamer werden. Wenn du dich bei High Speed aufrichtest und die Arme ausstreckst, wirst du ein bisschen langsamer. In Kombination mit langgezogenen Carvingschwüngen verlierst du mehr Geschwindigkeit.

Sliding: die Methode für Fortgeschrittene und Experten

Sliden sieht nicht nur stylisch aus und hilft dir um die Kurve zu kommen, sondern kann dir auch beim Bremsen helfen. Mit dem sogenannten „Powerslide“ stellst du dein Brett komplett quer. Du leitest dabei schnell eine Kurve ein und deine Wheels verlieren die Bodenhaftung. Mit speziellen Slidegloves (Handschuhen zum Sliden) kannst du deine Hand auf der Straße führen und bleibst auch in der Slide Position stabil.

Die Notfallregel: Abspringen oder Auslaufen

Im Notfall lässt du dein Longboard einfach auslaufen. Wenn du das Brett nicht kontrollieren kannst, springst du am besten ab und läufst mit schnellen Schritten deinem Board nach. Aber bedenke, dass diese Technik zu ernsthaften Verletzungen führen kann, wenn du nicht schnell genug bist. Auch andere Verkehrsteilnehmer gefährdest du mit dieser Methode. Wenn du nur diese Art zu Bremsen beherrschst, hast du im öffentlichen Straßenverkehr nichts zu suchen.