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Kaufberatung für All-Mountain, Freeride, Freestyle und Jib Ski

Freeski: Skifahren von Park und Pipe über Freeride bis All-Mountain

Wenn du mit dem Freeskiing anfangen möchtest oder auf der Suche nach Neuem bist, dann hast du die Qual der Wahl: Jede Sparte des Freeskiing wartet mit eigenem Style, Einsatzbereich und spezieller Ausrüstung auf.

  1. Riding Style: der richtige Ski für deinen Fahrstil
    1. All-Mountain: unterwegs auf und abseits der Piste
    2. Freeride: breite Latten für maximalen Auftrieb
    3. Freestyle: von Sprüngen über Kicker bis Rail Slides
    4. Jib: Ski für Handrails und Boxen im Park und in der Stadt
  2. Shape: die spezifische Form macht einen Freeski aus
    1. True Twin: eine absolut symmetrische Bauweise
    2. Directional Twin: eine leicht angepasste Form des True Twin
    3. Directional: die verlagerte Skimitte
    4. Tapered: die Verjüngung in Richtung Tail
  3. Profil: die Fahreigenschaften, die du für deinen persönlichen Riding Style benötigst
    1. Full Camber: Präzision und Grip
    2. All-Mountain Rocker: ausbalanciert für jedes Terrain
    3. Park Rocker: jibben, ohne zu verkanten
    4. Nose Rocker für direktionale Kraftübertragung
    5. Powder Rocker für das Maximum an Auftrieb
  4. Flex: die längsverlaufende Steifigkeit des Skis
  5. Torsion: die Verwindungssteifigkeit entlang der Längsachse
  6. Konstruktion: Belag, Innenleben und Bauweise
    1. Der Belag: die Unterseite deines Skis
    2. Das Innenleben
    3. Bauweisen: von Sandwich über Torsionsbox bis Schalenbauweise
  7. Die Länge deiner Freeski: die richtige Länge als Voraussetzung für deinen Freeski Spaß
  8. Länge deiner Ski nach Riding Style
    1. All-Mountain Skilänge: überall einsatzbereit und flexibel
    2. Freeride Skilänge: extra Länge für Auftrieb und Stabilität
    3. Freestyle Skilänge: die richtige Länge erlaubt das Maximum an Freiheit
    4. Jib Skilänge: in der Kürze liegt die Würze

1. Riding Style: der richtige Ski für deinen Fahrstil

Bei Blue Tomato unterscheiden wir zwischen vier Bereichen: All-Mountain, Freeride, Freestyle und Jib. So werden bei uns im Online Shop die Ski, je nach Tauglichkeit, einem der vier Bereiche zugeordnet.

Die Freiheit auf dem Berg
Freeski: die Freiheit, in den Bergen zu machen, was du willst. Foto: Pally Learmond, Atomic

1.1 All-Mountain: unterwegs auf und abseits der Piste

Wie es dir der Name schon verrät, ist bei dieser Freeski Kategorie der ganze Berg dein Spielplatz. Wenn du nur ein Paar Ski kaufen möchtest oder nicht ständig zwischen verschiedenen Paaren wechseln willst, bist du mit All-Mountain Skiern auf der richtigen Seite und auf alles vorbereitet.

All-Mountain Ski verbinden und adaptieren die Vorteile schmaler Pisten- und Parkskier mit denen von Freeride Ski, was sie unglaublich vielseitig macht. Der Spaß beim Riden steht dabei absolut im Vordergrund und du schränkst dich nicht auf einen Style ein.

Auf der Piste fährst du mit Topspeed und carvst deine Schwünge, während du abseits der Piste genügend Auftrieb genießt. Ein geschmeidiges Gleiten im Powder ist dadurch ebenso möglich wie eine aggressive, dynamische Fahrweise auf der präparierten Piste.

Wie du siehst, sind dies fantastische Eigenschaften für alle Terrains und Schneebedingungen. Dem Spaß sind keinerlei Grenzen gesetzt, nur du entscheidest wie weit du gehst.

All-Mountain Freeski von Nordica
Skifahren mit einem All-Mountain Ski. Foto: Nordica

1.2 Freeride: breite Latten für maximalen Auftrieb

Dein Herz fängt an, schneller zu schlagen und dein Adrenalin schnellt in die Höhe, wenn du vor unbefahrenen Tiefschneehängen stehst? Dann ist Freeriden deine Disziplin. Denn der Spaß fängt erst auf Hängen richtig an, auf denen sich Skitouristen nicht mal im Traum versuchen.

Freeriden ist grenzenlose Action abseits der präparierten Pisten im freien Gelände. Lange Schwünge im unberührten Schnee sowie hohe Jumps über Felsvorsprünge machen den Reiz bei diesem Riding Style aus.

Doch nicht nur im Powder macht Freeriden Spaß. Viel Action birgt auch das Riden über Harsch und windgepressten Schnee. Generell sind alle Schneebedingungen, die keine präparierten Pisten darstellen, ein Traum für Freerider und eben solche Ski. Mit Fellen auf den Ski meisterst du den Aufstieg und erreichst so exponierte Stellen. Das anschließende Freeriden in völlig unberührter Natur unterstreicht nochmals mehr diesen besonderen Riding Style.

Natürlich brauchst du für diese extreme Action das gewisse Extra an Material unter der Bindung. Deswegen gibt es speziell für Tiefschneebedingungen Freeski in besonderer Breite, Profil und Form für größtmöglichen Fahrspaß. Mit der stetigen Weiterentwicklung des Materials und den großen Kurvenradien ist auch die Geschwindigkeit gestiegen. So kann keine Rede mehr davon sein, dass du im tiefen Schnee nur langsam unterwegs bist.
Da sich Freerider meist nur abseits der harten, präparierten Piste aufhalten, müssen dort Abstriche gemacht werden. Dort verliert der Freeride Ski aufgrund seiner Breite und des Rocker Profils an Dynamik und Kantengriff.

Solltest du jedoch die überlaufenen, präparierten Pisten ohnehin meiden, dann triffst du mit dem Freeride Ski die beste Wahl.

Josh Absenger

Teamfahrer bei Blue Tomato
„Für mich als Freerider steht Sicherheit an erster Stelle. Sobald meine Kollegen und ich abseits der Piste im freien Gelände fahren, tragen wir alle LVS-Gerät, Schaufel und Sonde bei uns. Auch ein Mobiltelefon gehört für mich zur Sicherheitsausrüstung, um im Notfall schnellstmöglich Hilfe zu bekommen. Am Morgen vor einer Tour oder einer geplanten Abfahrt informiere ich mich über das Wetter und den aktuellen Lawinenlagebericht (LLB), um die Schneesituation bestmöglich einschätzen zu können.“

Freeride Ski von Black Crows
Fluffige Pillows ohne Probleme. Foto: Black Crows

1.3 Freestyle: von Sprüngen über Kicker bis Rail Slides

Freestyle Skiing lässt sich in unzählige Unterkategorien aufteilen. Beschränken wir uns deshalb darauf, dass du mit möglichst viel Style auf der Piste, im Park und im Pipe und mit Jumps den Berg hinunter cruisen willst. Dabei ist die Kontrolle über deine Ski genauso wichtig wie deren Reaktionsfähigkeit und Drehfreudigkeit.

Freestyle ist eine Kombination aus Geschicklichkeit, Balance, Kreativität, Mut und Ausdauer. Nur wenn du es schaffst, diese Attribute zu meistern, werden dir die Pforten in den Freestyle Himmel geöffnet. Vor allem geht es aber darum, dass du so viel Spaß wie möglich für dich aus der verspielten Fahrweise herausholst. Mit mehr und mehr Übung sowie Erfahrung werden dir die Tricks leichter fallen und neue Ideen kommen, deinen Style zu verbessern.

Angefangen bei Big Air bis hin zu Slopestyle lässt sich beim Freestyle einiges ausprobieren. Diesen extremen Styles stehen natürlich auch extreme Belastungen gegenüber, wie beispielsweise Aufprälle bei meterhohen Sprüngen. Deshalb ist eine stabile, schwingungs- und schockdämpfende Konstruktion für Freestyle Ski besonders wichtig. Zusätzlich soll ihre Form und ihr Profil eine hohe Wendigkeit für dynamisches Riden zulassen.
Untrennbar zum verspielten Riden beim Freestyle gehören auch die lässigen Designs der Ausrüstung dazu. So sind die Topsheets der Freestyle Ski ein Blickfang für sich. Kaum ein anderer Ski wird mit so vielen Designs, Grafiken und Mustern geehrt. Damit hast du neben dem passenden Material für coole Tricks auch den lässigen Freestyle Look.

Big Air von Russ Henshaw
Freestlye Big Air von Russ Henshaw. Foto: Pally Learmond

1.4 Jib: Ski für Handrails und Boxen im Park und in der Stadt

Beim Jibbing führt es dich nicht immer auf den Berg. Du kennst bei dir im Ort oder in der Stadt eine Treppe mit Geländer und kannst es kaum erwarten, dass es schneit? Klingt, als wärst du im Winter gern mit Freunden unterwegs und ihr baut Kicker aus dem Nichts. Aber auch im Skigebiet gibt es fantastische Jib Gelegenheiten: Baumstämme, Baumstümpfe, extra Parks mit Rails und anderen Obstacles, die von dir überwunden werden möchten.

Wie du siehst, geht es beim Jibben darum, Hindernisse auf verspielte Art und Weise durch Sprünge, Flips und Tricks zu meistern. Damit dir das auch bestens gelingt, gibt es spezielle, besonders haltbare Jib und Park Freeski.

Das sind die Ski, mit denen du Presses auf Boxen, Rails, Felsen und weiteren harten Materialien machst. Sie müssen extremen Reibungs- und Aufprallbelastungen standhalten. Deswegen finden bei Jib Skiern dickere und haltbarere Kanten Anwendung. Zusätzlich wird mit extrudierten Belägen der Aufwand zur Instandhaltung reduziert, da sich diese Beläge leichter und schneller als gesinterte reparieren lassen.

Freestyle Action von Regina Rathgeb
Rail Action von Blue Tomato Teamriderin Regina Rathgeb im Absolut Park. Foto: Markus Rohrbacher

2. Shape: die spezifische Form macht einen Freeski aus

Was du als erstes bei einem Freeski erkennst, ist die Form von oben betrachtet. Die drei wichtigsten Maße bezogen auf die Form eines Freeskis sind die Breite von Tip, Taille und Tail. Durch diese Taillierung wird der Radius, auch Sidecut genannt, des Skis beeinflusst.

Kürzere Radien verringern den Wendekreis des Skis und diese lassen sich einfacher und schneller drehen. Engere Schwünge sind wesentlich einfacher zu fahren. Auf der anderen Seite sind Ski mit längerem Radius stabiler bei hohen Geschwindigkeiten. Es hängt sehr davon ab, welchen Style du bevorzugst. Park und Freestyle Ski haben oft einen kurzen bis mittleren Radius für schnellere Schwünge vor Obstacles, wohingegen Powder und All-Mountain Ski einen eher längeren Radius haben, um schneller über weichen Schnee und verschiedenes Gelände zu gleiten.

Breite, Länge und der Kurvenradius des Freeski hängen von der Kontruktion ab

2.1 True Twin: eine absolut symmetrische Bauweise

Beim True Twin sind Tip und Tail gleich breit/lang und gleich weit vom Skimittelpunkt entfernt. Der Ski ist somit absolut symmetrisch. Durch eine zentrale Bindungsmontage und gleich hohem Tip wie Tail ist der True Twin optimal zum Switch Fahren und findet dadurch beim Freestyle/Jib Anwendung.

2.2 Directional Twin: eine leicht angepasste Form des True Twin

Ähnlich wie beim True Twin besitzt diese Form ein Twin Tip, ist aber nicht symmetrisch. Die Breite von Tip und Tail sind meist leicht unterschiedlich und die Inserts für die Bindung zurückversetzt. Daher ist dieser Ski sowohl für Freestyle Einlagen im Park als auch auf dem Berg ideal. Diese Ski sind die optimale Lösung für Freestyler, die sich auch abseits der Piste vergnügen wollen. Darüber hinaus sind Twin Tip Powder Ski immer Directional gebaut.

2.3 Directional: die verlagerte Skimitte

Wie der Name schon verrät, ist diese Form vorrangig für das Vorwärtsfahren gedacht. Die Tip ist länger als das Tail und auch der Flex unterscheidet sich meistens. Diese Bauform verleiht dem Ski mehr Manövrierfähigkeit und Stabilität beim Fahren. Mit Directional Skis bist du bestens für jedes Terrain außerhalb des Parks ausgerüstet. Dabei gibt es sowohl Directional All-Mountain als auch Freeride Ski.

2.4 Tapered: die Verjüngung in Richtung Tail

Taper beschreibt, wie weit sich der breiteste Kontaktpunkt nach innen verschiebt. Dadurch werden Tip und Tail massiger und es verändert sich die effektive Kantenlänge. Je weiter innen die Kontaktpunkte liegen, desto kürzer wird die effektive Kante. Kürzere Kanten erlauben ein geschmeidigeres Setzen und Lösen der Kanten beim Kurvenfahren. Umgekehrt bedeutet dies, dass längere Kanten lange, kraftvolle Schwünge erleichtern.

Freeski Form mit Verjüngung zum Tail für Big Mountain und tiefen Powder

3. Profil: die Fahreigenschaften, die du für deinen persönlichen Riding Style benötigst

Setzt du den Ski unbelastet auf einer flachen Oberfläche auf, kannst du seitlich betrachtet sein Profil erkennen.

Durch die Ausprägung von Camber und Rocker ergeben sich komplett unterschiedliche Fahreigenschaften. Wichtig ist, dass verschiedene Hersteller unterschiedliche Namen für ihre Profile haben. Der Einfachheit halber haben wir diese Palette in fünf verschiedene Kategorien unterteilt: Full Camber, All-Mountain Rocker, Park Rocker, Nose Rocker und Powder Rocker.

3.1 Full Camber: Präzision und Grip

Full Camber ist die positive Vorspannung des Skis, durch die das Zentrum ohne Belastung höher als Tip und Tail liegt. So ergeben sich zwei Kontaktpunkte mit dem Untergrund, die nahe den Enden der Ski liegen. Die Vorspannung sorgt dafür, dass sich durch dein Gewicht der Druck auf die gesamte Länge der Kante verteilt. Dadurch ergibt sich erhöhter Kantenhalt, der sogenannte Biss, in den Kurven, erhöhte Stabilität und ein präzises Ansprechverhalten. Full Camber Profile findest du bei High-End Pistenski und bei aggressiven Parkski, da sie perfekten Grip bei eisigen Kickern und Pipes bieten.

3.2 All-Mountain Rocker: ausbalanciert für jedes Terrain

Das wahrscheinlich am häufigsten verbreitete Rocker Profil bei Skiern. All-Mountain Rocker haben einen ausgeprägten Camber unter der Bindung mit Rocker an Tip und Tail. Das bedeutet, der mittige Camber gibt dir genügend Grip auf der Piste, während der Rocker am vorderen Ende der Ski für gute Performance bei leichtem Schnee sorgt. Rocker bezeichnet dabei nur das frühzeitige Abheben der Skispitze vom Schnee. Gleiches gilt auch für den Rocker am Tail. Diese Bauweise ermöglicht eine bessere Fußstellung bei Powderbedingungen und garantiert mehr Auflagefläche des Skis auf dem Schnee und dementsprechend mehr Auftrieb. All-Mountain Rocker bieten so die perfekte Balance von Performance auf der Piste und im Tiefschnee.

3.3 Park Rocker: Jibben, ohne zu verkanten

Park Rocker Profile findet man häufig bei Freestyle und Jib Ski. Sie vereinen ebenfalls Camber und Rocker, aber aus anderen Gründen als bei All-Mountain Rockern. Das Rocker Profil funktioniert für den Park besonders gut aus verschiedenen Gründen. Erstens neigt diese Form weniger dazu, bei Landungen und Rails zu verkanten, da der Druck auf Tip und Tail geringer ist. Weiterhin verkürzt sich die Auflagefläche der Ski, was der Drehfreudigkeit zugute kommt. Letztlich sind Rocker an Tip und Tail meist weicher, was bei einer nicht ganz perfekten Landung hilft, nicht gleich zu stürzen.

3.4 Nose Rocker für direktionale Kraftübertragung

Ein Nose Rocker Profil besitzt den Rocker nur an der Tip, während sich meist ein Camber von der Bindung bis zum Tail durchzieht. Dieses Profil findet man häufig bei All-Mountain Directional Skiern, da es guten Kantenhalt und Geschwindigkeit auf dem Berg bietet. Der zusätzliche Grip eines Cambers am Tail bedeutet viel Power bei Schwüngen und durch den Rocker am vorderen Ende der Ski hast du genügend Auftrieb im Tiefschnee oder bei gemischten Verhältnissen.

3.5 Powder Rocker für das Maximum an Auftrieb

Bei breiteren Freeride Ski wirst du sehr wahrscheinlich eine Variante des Powder Rockers finden. Powder Rocker kommen mit einem leichten Camber unter der Bindung und ausgeprägten Rockern an Tip und Tail. So hast du etwas Grip auf Pisten aber maximalen Auftrieb durch die große Auflagefläche an der Skispitze. Verschiedene Hersteller haben unterschiedliche Abstimmungen von Camber und Rocker bei Powder Rockern, aber der Gedanke ist bei allein gleich: je aggressiver der Camber ausgeprägt ist, desto vielseitiger wird dein Powder Rocker, da er so mehr Kantenhalt auf Pisten hergibt und nicht nur im leichten Tiefschnee gut performt.

Tipp: der Pop

„Oft taucht auch das Wort Pop in Verbindung mit dem Profil auf. Der Pop entsteht wenn das Gewicht auf den Ski entfernt wird und der Ski in seine Ursprungsform zurückfedert. Solltest du kräftige Jumps lieben, dann unterstützt dich ein heftiger Pop beispielsweise beim Absprung. Durch die Federwirkung drückst du dich leichter vom Untergrund ab. Den höchsten Pop bekommst du beim Camber Profil während Rocker eher weniger Pop aufweisen.“

4. Flex: die längsverlaufende Steifigkeit des Skis

Der Flex ist ein Maß für die Steifigkeit des Skis, welches den tatsächlichen Radius, den Kantengriff und die Laufruhe beeinflusst. Der Flex wird von 1 bis 10 angegeben. Je höher dabei der Wert, desto steifer ist der Ski.

Anfänger sowie leichtere Fahrer sollten einen weichen Flex nutzen. Dieser ist fehlerverzeihender und macht den Ski leichter zu manövrieren. Außerdem sind Anfänger selten mit sehr hoher Geschwindigkeit unterwegs, bei der der Support eines steiferen Flex für die nötige Laufruhe nötig wäre. Zusätzlich benötigen steifere Ski einen höheren Kraftaufwand, um einen korrekten Schwung zu fahren.

Schwerere Fahrer benötigen einen höheren bzw. steiferen Flex, damit der Ski über die gesamte Kantenlänge gleichmäßig Druck auf den Untergrund ausüben kann. Ist der Flex zu weich, wird übermäßig viel Druck auf den Mittelteil des Skis ausgeübt, wodurch der Ski bei höherer Geschwindigkeit unruhig wird.

Wenn du gern auch Runden im Park drehst, macht ein weicher Flex den Ski drehfreudiger und Butters und Presses gehen geschmeidig von der Hand bzw. dem Fuß, da der geringere Druck auf die Enden weniger Widerstand gegenüber dem Schnee erzeugt. Deshalb kommen Freestyle und Jib Freeski meist mit einem weicheren Flex.

Viele Hersteller verbinden jedoch die positiven Eigenschaften eines weichen und harten Flex. So wird unter der Bindung auf einen steifen Flex gesetzt, der für Kantengriff und Stabilität bei Landungen sorgt. Von dort ausgehend wird der Flex Richtung Tip und Tail hin progressiv weicher, um Tricks, Taps und Butters zu erleichtern. So bietet dir auch ein Freeski mit weicher Tip und steifem Tail einen guten Auftrieb im Tiefschnee und die nötige Stabilität bei höherer Geschwindigkeit.

5. Torsion: die Verwindungssteifigkeit entlang der Längsachse

Die Torsion gibt die Verwindungssteifigkeit entlang der Längsachse des Skis an. Je torsionssteifer, desto weniger verwindet sich der Ski beim Aufsetzen der Kante. So bleibt der Ski über die gesamte Länge gleich aufgekantet und lässt präzise Schwünge zu.

Ähnlich wie beim Flex ist eine geringere Torsionssteifigkeit fehlerverzeihender und für Anfänger eher geeignet. Je härter der Flex und je steifer die Torsion, desto griffiger sind die Kanten, was bei Fehlbelastungen zum unerwünschten Verkanten führen kann.

Freestyle und Jib Freeski sind generell weniger torsionssteif als ihre All-Mountain und Freeride Bretterkollegen.

Martin Hauk im Backcountry
Martin Hauk genießt unberührten Tiefschnee im Backcountry. Foto: Armin Walcher

6. Konstruktion: Belag, Innenleben und Bauweise

Kommen wir nun zum Aufbau deiner Freestyle, Jib, All-Mountain und Freeride Ski, den Unterschieden bei Belägen und der Bauweise und die jeweiligen Vor- und Nachteile der Konstruktionen deines neuen Skis.

6.1 Der Belag: die Unterseite deines Skis

Durch zwei verschiedene Herstellungsverfahren ist es möglich, einen extrudierten oder gesinterten Belag zu erzeugen. Beide Verfahren verwenden Polyethylen Pellets als Ausgangsmaterial, welches dann in Form gebracht wird.

Extruded: der extrudierte Belag

Bei diesem Verfahren werden die Polyethylen Pellets mit extremer Hitze eingeschmolzen und unter Druck zusammengepresst. Daraus entsteht ein solides, einheitliches und somit widerstandsfähiges Belagstück. Da extrudierte Beläge sehr robust und langlebig sind, kommen sie gerade bei Einsteigerski häufig vor. Außerdem sind sie leicht zu reparieren und somit besonders fürs Freestyle, Jib und Street Riding geeignet. Allerdings sind sie gegenüber gesinterten Belägen langsamer und das Wachs hält nicht so lang auf der Lauffläche. Dafür sind sie günstiger in der Herstellung und langlebiger.

Sintered: der gesinterte Belag

Hier werden die Pellets nur unter extrem hohem Druck zusammengepresst, es kommt also zu keinem Zusammenschmelzen durch Hitze. Das Belagsstück besteht dadurch aus verbundenen Pellets mit winzigen Poren. An diesen winzigen Poren bleibt das Wachs am Belag haften, wodurch der Ski mit richtiger Wartung richtig schnell wird. Gesinterte Beläge sind jedoch wesentlich aufwendiger zu reparieren und in der Herstellung teurer als extrudierte. Verwendet wird dieses Verfahren bei High-End Skiern und für fortgeschrittene Rider.

Solltest du bei Slush im Frühling oder auf dem Gletscher im Sommer deiner Freestylesucht nachgehen, dann sei dir ein gesinterter Belag für den nötigen Speed ans Herz gelegt.

6.2 Das Innenleben

Der Kern ist das Herzstück des Skis. Zum Einsatz kommen Holz, Metall, Kunststoffe und Verbundwerkstoffe, also die Kombination aus den genannten Werkstoffen. Je nach eingesetztem Material ergeben sich Auswirkungen auf die Elastizität, Dämpfung und Lebensdauer des Skis. Die meisten Ski in unserem Sortiment besitzen einen Holzkern. Ein geringer Teil unserer Kinderski besitzen hingegen einen günstigeren Kunststoffkern.

Die Performance eines Skis wird größtenteils von den (Verbund)Werkstoffen um den Kern herum bestimmt. Diese sogenannten Zug- und Druckgurte bestehen aus unterschiedlichen Materialien wie zum Beispiel Fiberglas, Karbon oder Titan. Sie können von Ski zu Ski erheblich variieren. Sie dienen dazu, das Gewicht des Skifahrers gleichmäßig über die Länge des Skis zu verteilen.

Schläge und Stöße werden mit eingebauten Dämpfungselementen ausgeglichen. Diese können aus Elastomeren und Faserwerkstoffen bestehen. So werden Vibrationen absorbiert und du erhältst die nötige Laufruhe, damit der Ski selbst bei hohen Geschwindigkeiten nicht flattert.

6.3 Bauweisen: Sandwich- oder Schalenbauweise oder kombiniert

Mit fortschreitender Technik streben auch immer neue Bauweisen auf. Die drei häufigsten auf dem Markt sind jedoch die Sandwich-, Torsionsbox- und Schalenbauweise.

Freestyle, All-Mountain und Freeride Ski in der Profilansicht
Profilansicht verschiedener Ski von All-Mountain über Freestyle bis Jib

Sandwichbauweise

Untergurt, Kern und Obergurt werden mit Zwischenlagen, Kanten und Seitenwangen vertikal verklebt. Diese Bauweise macht den Ski sehr flexibel und der Flex ist genau bestimmbar. Sie ist die am häufigsten verwendete Bauweise. Je nach verwendetem Material lassen sich so steifere (bei der Verwendung von Metallstoffen) oder weichere Ski (bei der Verwendung weicherer Hölzer) herstellen.

Schalenbauweise

Ein Druckgurt wird über den Skikern gelegt, der die Kräfte von oben direkt auf die Kanten überträgt. So wird der Obergurt nicht als Platte gefertigt, sondern kommt in Form eines umgedrehten U, das den Kern umschließt. Es ist die günstige Bauweise eines Skis, die allerdings den Vorteil von weniger Gewicht und hoher Langlebigkeit hat.

Kombinierte Bauweise

Manche Hersteller kombinieren die Sandwich- und Schalenbauweise in einem Verfahren und nutzen so Vorteile beider Methoden. Armada beispielsweise nutzt ihre sogenannte AR Sidewall Construction, um ihre gesamten Ski herzustellen. Dabei wird der Teil des Skis unterhalb der Bindung per Sandwichmethode und Tip und Tail per Schalenbauweise konstruiert. Das Ergebnis sind weniger Gewicht und Widerstandsfähigkeit an den Enden der Ski und einen genauen Flex in der Skimitte. Diese Art der Herstellung funktioniert hervorragend, da sie die Vorteile beider Verfahren vereint.

7. Die Länge deiner Freeski: die richtige Länge als Voraussetzung für deinen Freeski Spaß

Die Auswahl der richtigen Länge deiner Ski ist besonders wichtig und spielt eine entscheidende Rolle dabei, wie sich deine Freeski Bretter fahren. Entscheidungskriterien bei der Wahl sind a) deine Größe, b) dein Gewicht und c) dein Alter.

  • Ausgehend von deiner Körpergröße haben sich folgende Richtwerte etabliert:

Längen Richtlinien

Riding Style Beginner Fortgeschrittene Könner
All-Mountain -5 cm Körpergröße +5 cm
Freeride Körpergröße +5 cm +10 cm
Freestyle -10 cm -5 cm Körpergröße
Jib -10 cm -5 cm Körpergröße

  • Bist du ein kleines Kraftpaket, steht dem Griff zu längeren Ski auch nichts im Wege. Prinzipiell steigt mit dem Körpergewicht auch die Skilänge.

  • Liegt dein Gewicht über dem standardmäßigen Durchschnitt von deiner Körpergröße, solltest du einen längeren Ski wählen.

  • Ausgehend vom deinem Alter ist zu beachten, wie du dich noch weiter entwickeln wirst. Steht dir noch eine große Veränderung in z.B. Körpergröße bevor, verändert sich auch deine Kraft. Somit solltest du aufpassen, dass du nicht schon während der Saison über deine gewählte Skilänge hinauswächst.

Tipp zur Skilänge

„Längere Ski bieten ein ruhigeres und stabileres Fahrverhalten, reduzieren jedoch die Beweglichkeit und Drehfreudigkeit. Somit ergibt sich die Frage, willst du lieber im Tiefschnee Spaß haben oder im Park?“

Bene Mayr mit einem massiven Air
Bene Mayr mit einem massiven Freestyle Air. Foto. Pally Learmond

8. Länge deiner Ski nach Riding Style

Um die jeweilige Länge des jeweiligen Riding Style besser zu verstehen, haben wir im Folgendem eine Übersicht für dich.

8.1 All-Mountain Skilänge: überall einsatzbereit und flexibel

Länger als Freestyle und kürzer als Freeride Ski, das sind All-Mountain Ski. Bist du im Powder unterwegs, brauchst du die Länge für extra Auftrieb, um geschmeidig über alle Schneebedingungen zu gleiten. Diese extra Länge gibt dir auch die Dynamik auf der Piste und genügend Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten.

Übersicht:

  • Länge zwischen Freeride und Freestyle Ski
  • Guter Auftrieb
  • Dynamik und Wendigkeit

8.2 Freeride Skilänge: extra Länge für Auftrieb und Stabilität

Freeride Latten sind die längsten unter den Ski. Durch die enorme Länge erhöht sich die Auflagefläche, was zu mehr Auftrieb im Tief-, Neu- und Pulverschnee führt. Je erfahrener du bist, desto längere Freeride Ski kannst du theoretisch fahren. Beachte jedoch, dass Ski mit zunehmender Länge bzw. Fläche auch an Gewicht zulegen und mehr Kraftaufwand erfordern, um diese angemessen zu fahren. Profis fahren Skilängen, die größer als ihre Körpergröße sind. Anfänger sollten Ski bis maximal der eigenen Körpergröße wählen.

Übersicht:

  • Fortgeschrittene und Profis: Länge bis und über die eigene Körpergröße hinaus
  • Anfänger: Länge maximal bis zur eigenen Körpergröße
  • Maximaler Auftrieb

8.3 Freestyle Skilänge: die richtige Länge erlaubt das Maximum an Freiheit

Die richtige Länge bei Freestyle Ski ist wichtig, um deren Vielseitigkeit voll auskosten zu können. Mit zu kurzen Ski gestalten sich Landungen schwerer als mit längeren, breiteren Ski. Allerdings bringen dir kurze Ski viel Dynamik und Drehfreudigkeit bei Spins und Turns.

Deswegen wählst du die Länge deiner Freestyle Ski am besten zwischen der reiner Jibbing und All-Mountain Ski. So bleibt dein Ski für Kicker, Pipe, Boxen, Rails und Tricks auf der Piste einsatzbereit, ohne die nötige Stabilität für wirklich große Jumps zu verlieren.

Übersicht:

  • ausreichende Länge für Stabilität bei Sprüngen und hohen Geschwindigkeiten
  • Ebenfalls dynamisch und vielseitig

8.4 Jib Skilänge: in der Kürze liegt die Würze

Ski sind in etwa gleich lang wie Freestyle Ski oder etwas kürzer. Sie sollen vor allem leicht und flexibel sein. Kurze Jib Ski erlauben schnelle Spins und Turns. Außerdem behindert die geringe Länge nicht auf Obstacles. Durch die geringe Länge bist du super dynamisch und wendig, im Powder haben sie aufgrund der kleinen Fläche allerdings wenig Auftrieb im Vergleich zu anderen Freeski.

Übersicht:

  • Ausgewogene Länge für Manövrierfähigkeit
  • Niedriges Gewicht und flexibel
  • Für niedrige Geschwindigkeiten und mittlere Jumps

Warten auf Set Konfiguration
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