Das Beste am Skateboarden? Du kannst es überall machen – selbst wenn der nächste Skatepark eine Stunde entfernt ist. Für den Anfang brauchst du nur eine glatte Fläche und ein solides Complete. Kauf dabei nicht das billigste, das du findest: Ein ordentliches Setup macht von Anfang an den Unterschied und hält deutlich länger. Gewöhne dich erst an das Gefühl des Boards unter deinen Füßen, bevor du mit Tricks anfängst – dann geht alles viel schneller.
- Fußstellung
- Kurven und Bremsen
- Wo kann man skaten
- Stürze
- Welche Ausrüstung brauche ich?
- Ollie
- Pop Shove-It
- Fakie Ollie
- BS 180
- Kickflip
- Heelflip
- Nollie
- 360 Pop Shove-It
- 360 Flip
Wie fange ich mit dem Skateboarden an?
Mit diesem Skateboard Anfänger Guide möchten wir dir Schritt für Schritt erklären, wie und mit welchen Tricks du am besten anfangen solltest.
Bist du regular oder goofy?
Bist du Regular oder Goofy? Bevor du loslegst, musst du wissen, wie du auf dem Board stehst. Regular bedeutet linker Fuß vorne, Goofy rechter Fuß vorne. Der einfachste Weg, das herauszufinden: Lass dich von jemandem leicht von hinten schubsen – welcher Fuß geht zuerst nach vorne, um den Sturz abzufangen? Das ist dein Vorderfuß. Alternativ: Augen schließen, nach vorne lehnen und schauen, welcher Fuß automatisch vorgeht. Du kannst natürlich auch einfach beide Positionen auf dem Board ausprobieren – du wirst sofort merken, was sich richtig anfühlt.
Stelle deinen Vorderfuß direkt über die vorderen Schrauben, Zehen Richtung Nose. Den hinteren Fuß neben das Board stellen und abstoßen. Sobald du Fahrtgefühl entwickelt hast, kommt der hintere Fuß auf die hinteren Schrauben. Für Tricks stehen beide Füße parallel auf dem Board.
Kurven fahren und bremsen
Kurven fahren und bremsen Kurven fährst du über Gewichtsverlagerung auf Zehen oder Fersen – je nach Einstellung deiner Trucks mehr oder weniger Druck nötig. Weichere Trucks reagieren sensibler, festere Trucks geben mehr Stabilität, erfordern aber mehr Druck. Regular-Fahrer: Zehendruck = Rechtskurve, Fersendruck = Linkskurve. Bei Goofy umgekehrt. Vorsicht: Zu viel Druck kann die Wheels am Deck streifen lassen – das sogenannte Wheel Bite.
Zum Bremsen den hinteren Fuß neben das Board auf den Boden senken und mitschleifen lassen. Je mehr Druck, desto schneller stehst du. Profis nutzen Powerslides – das Board quer stellen und durch den Widerstand abbremsen. Das kommt mit der Zeit.
Wo gehe ich am besten Skaten?
Skateparks sind ideal: ebener Untergrund, keine Autos, und meistens erfahrene Skater, die happy sind, Tipps zu geben. Stell dich am Anfang nicht direkt dorthin, wo die Fortgeschrittenen ihre Lines fahren – such dir eine freie Ecke abseits der Obstacles.
Was den Untergrund betrifft: Glattes Beton ist der Traumbelag – kein Widerstand, perfekter Pop, kein Wunder, dass es auch der Lieblingsuntergrund von Blue Tomato Teamrider Marco Kada ist. Asphalt funktioniert meist gut, kann aber je nach Temperatur rauer oder weicher sein. Holz geht auch, solange er trocken und spaltenfrei ist. Nasser Untergrund – egal welcher – ist grundsätzlich zu meiden. Die Traumoberfläche aller Skater? Marmor. Schwer zu finden, und die Besitzer sind selten begeistert.
Wie verhalte ich mich bei Stürzen?
Keine Angst davor – sie passieren, vor allem am Anfang. Wichtig: Körperspannung aufbauen, um Bänderverletzungen zu minimieren, und wenn möglich abrollen, um den Aufprall zu verteilen. Trage einen Helm – auch Tony Hawk tut es, und das nicht ohne Grund. Knie-, Ellenbogen- und Handgelenkschützer sind ebenfalls empfehlenswert, denn Handgelenke sind die häufigste Verletzungszone. Lass dir von niemandem einreden, dass Schutzausrüstung uncool ist.
Welche Ausrüstung brauche ich?
Nun, da du ja vermutlich schon motiviert bist und so richtig mit dem Skateboarden anfangen willst, solltest du dir Gedanken über die benötigte Ausrüstung machen. Neben Skateschuhen und Schonern brauchst du natürlich auch ein Skateboard. Unser Skateboard Buyer's Guide kann dir dabei helfen, das richtige für dich zu finden!
Dein erster Skateboard Trick: Der Ollie
Sobald du ein Gefühl für das Skateboard bekommen hast, kannst du dich den Tricks widmen.
Der Grundstein für alles im Skateboarding. Hinterer Fuß mittig auf dem Tail, vorderer Fuß knapp hinter den vorderen Schrauben. Die Bewegung läuft in zwei Phasen ab: Tail kraftvoll auf den Boden drücken, gleichzeitig den vorderen Fuß mit der Außensohle nach oben und vorne Richtung Nose ziehen – das bringt das Board in eine horizontale Position in der Luft. Skateschuhe sind hier kein Luxus, sondern sinnvoll: Die verstärkten Zonen halten dem Kontakt mit dem Griptape stand.
Wenn du es geschafft hast, dein Skatedeck in die Luft zu bekommen, stelle sicher, dass du eine stabile Position auf dem Board hast, um sicher landen zu können. Du wirst vor allem am Anfang nicht sehr hoch kommen mit dem Ollie, allerdings ist dies nur Übung und eine Frage der Zeit.
Erweitere deine Trickliste: Der Pop Shove-It
Der Pop Shove-It kombiniert den Ollie mit einer 180-Grad-Drehung des Boards – du selbst bleibst in deiner Position, das Deck dreht sich unter dir. Dazu den hinteren Fuß etwas tiefer in die Pocket des Tails stellen, also mehr Fuß auf dem Board. Tail Richtung Boden drücken und das Board mit dem hinteren Fuß rausdrehen. Sobald die 180 Grad geschafft sind, drauf landen und ausfahren.
Die Basis aller Fakie Tricks: Der Fakie Ollie
Gleiche Bewegung wie der Ollie, nur in die „falsche" Rollrichtung – was es deutlich trickier macht. Die Fußstellung bleibt identisch: Der jetzt hintere Fuß (in der neuen Fahrtrichtung eigentlich der vordere) steht mittig auf dem Tail. Schultern konsequent parallel zum Board halten, um ungewollte Rotationen zu vermeiden. Nicht unterschätzen – der Fakie Ollie ist die Basis für eine ganze Familie von Tricks und kann alleine schon verdammt stylish aussehen.
Deine ersten Spins: BS 180
Ein klassischer, stylisher Grundtrick. Der Körper dreht sich um 180 Grad in Backside-Richtung – das heißt, du drehst den Rücken in Fahrtrichtung. Regular-Fahrer drehen im Uhrzeigersinn, Goofy-Fahrer dagegen. Das Board dreht sich mit dem Körper mit. Entscheidend ist die Schulterbewegung: Beim Absprung klar und konsequent in Backside-Richtung einschlagen – nicht zögern. Je höher der Pop, desto sauberer die Rotation. Timing ist alles.
Nächstes Level: der Kickflip
Einer der ikonischsten Tricks überhaupt – von Rodney Mullen in den 70ern geprägt und seitdem Pflichtprogramm. Das Board dreht sich um die Längsachse in Richtung des Fahrers. Vorderer Fuß leicht zur Fersenkante versetzt (nicht so zentriert wie beim Ollie), Tail kraftvoll poppen und den vorderen Fuß gleichzeitig nach vorne und leicht seitwärts Richtung Ferse wegziehen. Der Kick muss genug Druck haben, um das Deck vollständig zu flippen. Sobald das Griptape wieder nach oben zeigt: Board catchen und stabil landen. Der Kickflip ist ein Gefühl, das süchtig macht – dran bleiben.
Ein Muss: Der Heelflip
Der stylishste Gegenspieler des Kickflips. Das Board dreht sich ebenfalls um die Längsachse, aber in die entgegengesetzte Richtung – geflipt mit der Ferse des vorderen Fußes. Vorderer Fuß knapp vor den Schrauben, Fußspitze schaut leicht über das Deck hinaus. Den vorderen Fuß entlang der äußeren Boardkante weg vom Körper ziehen, um eine saubere Rotation zu erzeugen. Starker Pop mit dem hinteren Fuß gibt die nötige Höhe. Für manche Skater anfangs etwas kniffliger als der Kickflip – mit Übung werden beide zur zweiten Natur.
Die Basis von Nollie Tricks: Der Nollie
Wenn Ollie, Fakie Ollie und Pop Shove-Its zur Routine werden, ist es Zeit für Nollie-Tricks. Beim Nollie steht der vordere Fuß mittig auf der Nose, der hintere knapp vor den hinteren Schrauben – also quasi spiegelverkehrt zum Ollie. Mit viel Kraft auf die Nose drücken und gleichzeitig den hinteren Fuß in Richtung Tail ziehen. Klingt simpel, fühlt sich anfangs aber an wie zurück auf Los. Das ist normal – Nollies sind auch für erfahrene Skater anspruchsvoll.
Ein Trick für Fortgeschrittene: Der 360 Shove-It
Das Board dreht sich nicht 180, sondern eine vollständige 360-Grad-Runde horizontal unter dir – bei Regular im Uhrzeigersinn, bei Goofy dagegen. Hinterer Fuß tief in die Pocket des Tails, Zehen leicht über die Boardkante. Maximaler Druck und eine starke Schaufelbewegung nach hinten geben dem Deck die nötige Rotation. Der vordere Fuß bleibt ruhig und führt das Board, fängt es nach 360 Grad und landet stabil. Ein echter Banger-Trick mit viel Style – und er braucht Geduld.
Der Endgegner: der Treflip oder auch 360 Flip
Der Endgegner unter den Grundtricks. Der 360 Flip kombiniert den 360 Shove-It mit dem Kickflip: Das Board dreht sich vollständig um beide Achsen gleichzeitig. Voraussetzung: Beide Einzeltricks sitzen sauber. Hinterer Fuß tief in die Pocket, Zehen über die Kante – er gibt sowohl Dreh- als auch Fliprichtung vor. Vorderer Fuß ähnlich wie beim Kickflip, aber weniger aktiv. Board nach der vollen Rotation fangen, sauber landen, ausfahren. Selbst Profis wie Marco Kada haben hier viel Schweißarbeit investiert. Gib nicht auf.
Wenn du mehr Tricks lernen willst, check unsere Trick Tips für Fortgeschrittene oder die ausführlichen Skate Guides für Beginner und Pros!