Im Powder genauso wie auf dem Eishang oder im Snowpark – gut gewachste Ski machen bei allen Schneearten den Unterschied. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du deine Ski in Topform bringst und worauf es beim Wachsen ankommt.
Wie checke ich meine Ski?
Bevor es ans Wachsen geht, musst du deine Ski allgemein überprüfen. Regelmäßige Checks sind wichtig, um am Berg sicher unterwegs zu sein. Kleine Makel wie eine fehlende Schraube an der Bindung beenden den Tag am Berg schneller als uns lieb ist.
Deine Checkliste für Ski und Bindungen
- Haben deine Bindungen Brüche oder Risse?
- Sind alle Einzelteile deiner Bindungen komplett?
- Sitzen alle Schrauben fest?
- Ist der Belag beschädigt oder spröde?
- Sind die Kanten rostig oder beschädigt?
- Brauchst du noch etwas für Ski, Bindung, Helm, Brille oder Snow-Bekleidung?
Achtung: Bei gröberen Schäden an Belag, Kanten oder Bindungen solltest du deine Ski unbedingt zur Service-Werkstatt bringen.
Wie wachse ich meine Ski?
Deine Ski selbst zu wachsen spart nicht nur Geld, sondern macht auch Spaß – und du weißt danach genau, in welchem Zustand dein Setup ist. Mit dem richtigen Material und etwas Zeit ist es leichter als gedacht.
Was du brauchst:
- Einen gut belüfteten Raum
- Eine stabile Werkbank
- Weiches Putztuch um die Base deiner Ski zu säubern
- Base Cleaner (Belagsreiniger)
- Wachsbügeleisen
- Skiwachs
- Plexiglas Ski-Scraper
- Bürsten
- Deine Ski
Optional:
- Ein altes Leintuch um die Werkbank vor dem Wachs zu schützen
- Ski-Halterungen um deine Ski stabil zu halten
So wachst du deine Ski – Schritt-für-Schritt-Anleitung
Richte deine Arbeitsfläche ein
Ski wachsen
Schaff dir genug Platz und schütz alle Flächen mit einem alten Tuch vor Wachsflecken. Ski-Halterungen helfen dabei, die Ski stabil und auf der richtigen Arbeitshöhe zu fixieren. Bindungen locker oder entfernen – das macht das spätere Abziehen mit dem Scraper deutlich einfacher.
Reinige die Base
Mit einem weichen Tuch und etwas Belagsreiniger geht's der Base an den Schmutz. Gründlich arbeiten lohnt sich hier – eine saubere Base nimmt das Wachs gleichmäßig auf, eine verschmutzte kaum.
Schalte das Wachsbügeleisen ein
Die passende Temperatur steht auf der Wachsverpackung. Stell das Bügeleisen entsprechend ein und lass es kurz aufheizen. Vorsicht! Wachsbügeleisen erhitzen sich sehr schnell.
Wähle dein Wachs aus
Nicht jedes Wachs passt zu jedem Tag. Entscheidend ist die Schneetemperatur: Für kalte Bedingungen zwischen -10 und -30 °C brauchst du ein anderes Wachs als für slushy Frühjahrsschnee rund um 0 bis -6 °C. Wer nicht jedes Mal neu abwägen will, greift zum Universal- oder „All Temp(eratures)" Wachs – das funktioniert in den meisten Situationen zuverlässig.
Trage das Wachs auf die Ski auf
Ski wachsen
Drücke das Wachs gegen das erhitzte Wachsbügeleisen, bis es beginnt auf die Oberfläche deiner Ski zu tropfen. Zuerst tröpfle es den Kanten entlang auf deine Base, dann im Zick-Zack-Muster über die restliche Oberfläche. Sei großzügig mit der Menge an Wachs, die du benutzt, denn du kannst nicht wirklich zu viel benutzen. Vorsicht! Wenn dein Wachsbügeleisen zu rauchen beginnt, verbrennt es dein Wachs anstatt es zu schmelzen. Drehe dann die Temperatur etwas zurück!
Benutze das Wachsbügeleisen um das Wachs in die Base zu schmelzen
Verteile das Wachs mit dem Bügeleisen gleichmäßig über die gesamte Base. Wichtig: Das Eisen immer in Bewegung halten, sonst verbrennt der Belag. Die Ski-Oberseite sollte sich handwarm anfühlen – mehr Hitze braucht es nicht. Kanten nicht berühren!
Lass deine Ski trocknen
Jetzt heißt es: Geduld. Mindestens 30 Minuten sollten die Ski nach dem Wachsen ruhen – je länger, desto besser zieht das Wachs in die Base ein. Wer zu früh zum Scraper greift, verschenkt Gleitperformance.
Trage das Wachs ab
Nimm den Scraper fest mit beiden Händen und trage das Wachs von oben nach unten von der Base ab. Wiederhole diesen Vorgang so lange, bis sich kein Wachs mehr abziehen lässt.
Bürste den Belag ab
Jetzt kommt die Bürste: Von oben nach unten, mit langen gleichmäßigen Zügen. So lange weitermachen, bis kein Wachsstaub mehr aus der Base kommt. Wer kräftiger bürste, trägt mehr Rückstände ab – leichtere Striche polieren die Oberfläche nur. Also ruhig Druck machen.
Ski Wachs
Welches Ski-Wachs ist das richtige?
Die Wahl des richtigen Wachses hängt vor allem von den Schneeverhältnissen ab, die dich erwarten. Kalter Powder braucht ein anderes Wachs als nasser Frühjahrsschnee – und wer flexibel bleiben will, ist mit einem Universalwachs gut bedient.
Hier ein Überblick zu den Vorteilen der jeweiligen Wachsart:
- Flüssigwachs zieht schnell ein, ist meist kompakt, inkl. Applikator und passt in jede Jackentasche.
- Pasten und Sprays ziehen ebenfalls schnell ein und benötigen je nach Ausführung ein Polier-Tool.
- Rub On Wachs lässt sich trocken und einfach auf den Belag reiben, eventuell ist ein Nachpolieren notwendig.
- Heißwachs dringt tief in die Belagstruktur ein und hält länger als Kaltwachs – Wachsbügeleisen nicht vergessen.
- All-Temperature / Universalwachs eignet sich für alle Temperatur- und Schneeverhältnisse.
- Race-Wachs ist optimal abgestimmt auf Rennsport und selektive Schnee- und Ride-Anforderungen.
- Ökologisches Wachs ist biologisch abbaubar und enthält z.B. kein Fluorid, Paraffin, PFC etc.
Jetzt weißt du, wie's geht – ab auf die Piste!