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Blue Tomato Longboard Trends 2015

Longboard Trends 2015 - Ein Interview

Die Liebe zum Longboarden hat uns alle erwischt – die einen früher, die anderen später, aber letztendlich sind wir in den vergangen Jahren alle zu passionierten „Straßen-Surfern“ geworden, die dieses kleine Stück Freiheit auf vier Rollen nicht mehr missen möchten. Um noch etwas tiefer in die Szene und die aktuellen Trends einzutauchen, haben wir uns zwei Experten geschnappt und die beiden mal ein wenig ausgequetscht über aktuelle Shapes, Materialien, Rivalitäten zu Skateboardern und ihre Tipps für Longboard-Einsteiger.

Das sind die beiden:

Blue Tomato Longboard Trends

Sevi, Hard Goods Buyer bei Blue Tomato

Sevi hat bei Blue Tomato den Job des Hard Good Buyers inne, d.h. er ist für den Einkauf eines Großteils der Bretter, die unsere Welt bedeuten, zuständig. Neben Snowboards & Longboards sowie deren große und kleine Bestandteile kümmert er sich auch darum, dass wir immer die notwendige Protektion auf Lager haben – ihr sollt euren Lieblingssport schließlich lange genießen können.

Björn rolligebrettl.de

Björn, Inhaber rolligebrettl.de

Björn kommt eigentlich auch eher aus dem Skate- und Snowboardbereich, aber daraus entwickelte sich in seiner Wahl-Heimat Berlin bald eine große Liebe zum Longboarden, die ihn seitdem nicht mehr losgelassen hat. Um seiner Leidenschaft noch mehr Aufmerksamkeit zu verleihen, hat er 2012 das Online Magazin Rolligebrettl.de ins Leben gerufen.

Interview mit Björn und Sevi

Blue Tomato: Was sind die aktuellen Trends im Bereich Longboarden?

Sevi: Meiner Meinung sind nach wie vor Boards mit Cut-Outs, also typische Freeride-Boards, ein großer Trend. Cruiser sind auch recht stark. Prinzipiell glaube ich, dass die Longboarder sich alle mehr spezialisieren werden, jetzt, wo der „Erstkontakt“ zum Longboarden erstmal hergestellt worden ist.

Björn: Da schließ ich mich an – das gilt vor allem für alle Neueinsteiger, die quasi „gebrandet“ durch das ganze Longboard-Footage sind. Die meisten stehen einfach auf Bretter, die sie in Videos sehen. Das sind meistens Bretter mit Cut-Outs zum Einstieg mit ein bisschen Flex. Wenn sie sich dann endgültig mit dem „Longboard-Virus“ infiziert haben, dann fangen sie an sich zu spezialisieren, bis sie bestenfalls später zur Core Szene gehören und dann ganz genau wissen, was sie wollen. Ich denke bei den Cruiser-Brettern werden sich die Drop Through-Bretter mit den Cut-Outs durchsetzen, weil sie am bekanntesten sind und sich schön abheben von Skateboards.

Longboard Drop Through
Boards mit Cut Outs und Drop Through-Konstruktion liegen voll im Trend. Pic by: rolligebrettl  

Blue Tomato: Und was sind die beliebtesten Materialien?

Björn: Seit Jahren hält sich der gute kanadische Ahorn – der wird gerne benutzt, da er sehr zuverlässig ist. Ansonsten auch Bambus, da es Stöße besser absorbiert als anderes Material. Insgesamt wird es sicher technischer werden, gerade im Bereich Freeride/ Downhill kommen noch Carbon-Eigenschaften hinzu, damit die Bretter an „Stiffness“ gewinnen und weniger Torsion haben. Bei Freeride-Brettern und Dancern findet sich auch häufig biaxiales Fiberglas wieder, damit das Brett seinen Shape nicht verliert und nicht anfängt „durchzuwabbeln“. Und allgemein kommen auch immer mehr Boards mit Hollow-Kern auf den Markt.

Sevi: Genau – da kann ich dir 100% zustimmen. Ich glaub außerdem auch, dass in Zukunft die Elektro-Longboards einen Aufschwung haben werden. Die E-Mobilität am Longboard wird für Manche recht interessant sein, obwohl natürlich sehr teuer – daher sicher kein großer Trend.

Björn: Was auch im Kommen ist, sind die Edges, die wir vom Snowboarden kennen.

Sevi: Genau, ABS Seitenkanten z.B., aber das findet man dann eher im spezialisierten Longboard-Bereich.

Björn: Die werden dann auch ganz gern mit Ceran versetzt. Manche Brands bringen sogar schon Snowboards raus, wie bspw. das Algernon von Loaded Longboards.

Longboards mit verschiedenen Shapes
Die Entscheidung fürs richtige Board ist oft schwer – unzählige Shapes, Aufbau-Variationen und Materialien stehen zur Auswahl  

Blue Tomato: Haben sich in letzter Zeit besondere Shapes durchgesetzt? Z.B. Cruiser?

Sevi: Die Vinyl-Cruiser sind nach wie vor stark. Vor allem in den Städten sieht man viel mehr kleine Vinyl bzw. Holz- und Shortboard-Cruiser als Scooter. Und das ist das Wichtigste – mehr Skateboard, weniger Scooter (lacht).

Björn: Das sehe ich auch so. Die Shortboards sind einfach mehr auf den Markt angepasst und sind insgesamt etwas Skateboard-lastiger, um auch die Skater abzuholen. Das ist ideal für Einsteiger, da die Bretter einfach perfekt zum durch die City cruisen sind, da sie schön agil sind. Die Skater freuen sich gleichermaßen, weil sie damit einen Mix aus Skate- und Longboard haben, mit dem sie leise und schnell unterwegs sind und trotzdem noch Manöver machen können.

Sevi: Die bisschen skateorientierteren Fahrer nehmen dann oft ein Pooldeck und bauen sich mit breiteren Achsen und Wheels einen Cruiser zusammen.

Cruiser und Minicruiser Globe
Cruiser, Longboard oder Skatedeck mit breiteren Wheels? Je nach eigener Präferenz gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten. Pic by: Globe  

Blue Tomato: Was würdet ihr einem Anfänger als Tipp geben, auf was er/sie unbedingt achten muss?

Sevi: Dass er sich ausreichend Protektion kauft und vor allem einen Helm.

Björn: Außerdem sollte ein Anfänger immer zuerst auf die Achsen achten, anstatt aufs Design vom Brett, denn da gibt’s enorme Unterschiede.

Sevi: Ähnlich bei Rollen und Kugellagern. Wenn du ein Standard-Kugellager nimmst, was in einem 35€ Board vom Kaufhaus verbaut ist und dann ein Kugellager damit vergleichst, dass auf eine hohe Reibung ausgelegt ist, dann wird das billige schneller versagen – das Öl in den Lagern heizt sich auf und verbindet sich mit dem Staub und dann verklebt das Kugellager.

Björn: Bei den Boards aus dem Kaufhaus werden ja maximal ABEC 5 Kugellager verbaut. Insgesamt macht es mehr Sinn, da einmal eine vernünftige Investition zu tätigen, als sich 2-3 billige Bretter zu kaufen, mit denen man nicht glücklich wird.

Longboardachsen
Wer sich für die richtigen Achsen entscheidet, hat länger Spaß beim Cruisen  

Blue Tomato: Wo liegt eurer Meinung nach die Zukunft des Longboardens?

Björn: Ich denke Skate- und Longboarden wird in den nächsten Jahren mehr verschmelzen. Das wünsch ich mir persönlich auch sehr, dann hört die Feindschaft endlich auf. Es etablieren sich inzwischen wesentlich mehr Workshops und Contests. Die Downhill-Longboard Liga in Deutschland wird professioneller und es gibt inzwischen sogar einen Verein.

Blue Tomato: Dann würden wir abschließend gern noch wissen, was für euch das Besondere am Longboarden ist?

Sevi: Ich bin ja selber der klassische Skateboarder, der mit dem Cruiser und dem Skateboard im Gepäck zum Skaten fährt und das Board daher eher als unverzichtbares Transportmittel in der Stadt sieht, weil man damit oft schneller ist als mit den Öffentlichen.

Björn: Nicht nur schneller, sondern auch leiser (lacht). Bei mir ist es sozusagen ein Fluchtpunkt, ein Sport der Entspannung und ein Gefühl der Freiheit. Ein bisschen philosophisch, aber das triffts ganz gut.

Street Longboarding
Longboarden bedeutet für viele das Gefühl der Freiheit zu genießen. Pic by: Arbor / Matt Smith  

Blue Tomato: Super – dann danken wir euch beiden ganz herzlich!

Mehr zum Thema Longboard findest du in unserem Buyer's Guide und auch bei unserem Longboard Testtour Recap!