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Odisea Chile, Mathieu Crepel’s Tagebuch


Odisea Chile

Nach der letztjährigen Odisea, die Blue Tomato Teamrider Mathieu Crepel und Profisurfer Damien Castera von den Gipfeln Alaskas bis in den Golf von Alaska geführt hat, brachen die zwei erneut zu einer Odisea auf – dieses Mal nach Chile:

Episode 1 - Vulkan Osorno
Episode 2 - Río Petrohué
Episode 3 - Insel Chiloe
Episode 4 - Aurakanien

Odisea Episode 1 - Aufstieg auf den Vulkan Osorno

Die erste Etappe der Odisea führt die zwei Franzosen auf den Vulkan Osorno. Dieser Vulkan ist tückisch zu bezwingen, da sich das Wetter ständig ändert und starke Stürme keine Seltenheit sind. Die zwei Profisportler werden drei Tage am Vulkan verbringen – in den unterschiedlichsten Wetterlagen. Aber findet mehr heraus – in Mathieu Crepel’s Tagebuch:

„Das chilenische Patagonien ist weit weg, sehr weit! Nach Stunden die wir in Autos, Flugzeugen und Bussen verbracht haben, erreichen wir endlich unser Ziel. Unsere erste Aussicht vom Dorf Puerto Varas, über den llanquihue See und den Vulkan Osorno ist atemberaubend. Nachdem wir einen Tag nur damit verbracht haben, unsere Sachen und unser Essen für die nächsten 3 Tage die wir am Vulkan verbringen werden vorzubereiten, sind wir bereit zu starten. Je mehr wir uns von der Base entfernen, desto größer und mächtiger sieht der Vulkan aus.

Der Osorno Vulkan ist relativ schwierig zu bezwingen. Die Nähe zum Ozean führt dazu, dass das Wetter sich ständig ändert und die Stürme schneller da sind als ein galoppierendes Pferd. Unfälle sind an der Tagesordnung, da die stürmischen Winde Schnee sofort in pures Eis verwandeln. Am ersten Tag wandern wir 6 Stunden. Wir starten auf Sand und gehen weiter über getrocknete Lava – von früheren Vulkanausbrüchen – und schlussendlich schnallen wir unsere Splitboards an und wandern auf 1800 m in Schnee, wo wir unser erstes Basecamp aufschlagen. Wir nutzen die letzten Sonnenstrahlen und machen noch einige wohlverdiente Schwünge im chilenischen Schnee.

Am nächsten Tag erfahren wir wie schnell sich das Wetter am Osorno ändern kann. Um uns herum befindet sich eine weiße Nebelsuppe, die es unmöglich macht den Boden vom Himmel zu unterscheiden. Unsere 30 kg Rucksäcke fühlen sich noch schwerer an als am Tag zuvor und das Eis zwingt uns, unsere Splitboards gegen Steigeisen und Eispickel zu tauschen. Wegen des starken Windes finden wir kaum Halt. Jeder Schritt ist langsam und genau vorkalkuliert. Keiner spricht mehr, unser einziges Ziel ist es, den Gipfel zu erreichen.

Der stürmische Weg zum Ziel
Der stürmische Weg zum Gipfel

Aber je näher wir dem Gipfel kommen desto schlechter wird das Wetter und mittlerweile glauben wir, die Nacht nicht am Gipfel verbringen zu können. José, unser Guide, hat über eine Höhle in der Nähe des Gipfels gesprochen, aber normalerweise ist der Eingang ab Dezember mit Schnee blockiert. Deshalb setzen wir auch nicht auf diese Option. Nachdem wir weitere 6 Stunden gewandert sind, sind wir in der Nähe der „Cathedral“ – so wird die Höhle genannt. José geht vor uns und schreit auf vor Freude – sie ist offen! Der sehr schwache Schneefall diesen Winter hat den Eingang nicht zugeschneit und innerhalb von wenigen Sekunden tauchen wir von einer tobenden Welt in eine friedliche Höhle im Erdinneren ein.

Wir sind nun im Inneren des Gletschers, wo wir unser Basecamp aufschlagen und jeden kleinen Korridor zwischen tiefblauen Stalaktiten und Gewölben aus Eis erforschen. Auch wenn es noch immer kalt und feucht ist, fühlt es sich gut an, weg von dem Unwetter zu sein. Einige Suppen und heiße Tees später schlafen wir auch schon ein, um gut vorbereitet für das morgige Abenteuer zu sein.

Basecamp im Inneren des Gletschers
Basecamp im Inneren des Gletschers

Am nächsten Tag aus der Höhle zu kommen fühlt sich fast so an wie ein neues Leben. Besonders mit einem Sonnenaufgang über einem Wolkenmeer nur knapp unter unseren Füßen. Endlich können wir die Aussicht auf die umliegenden Vulkane und Seen genießen. Während wir uns unser Board anschnallen und uns bereit für die Abfahrt machen, verwandeln sich die Anstrengungen der letzten Tage in pure Freude.

Sonnenaufgang am Vulkan Osorno
Sonnenaufgang am Vulkan Osorno

Wir erreichen die Base am Fuße des Vulkans kurz bevor es dunkel wird. Morgen starten wir in den nächsten Teil unseres Abenteuers, bei dem wir uns in den eisigen Wassern des Petrohué Flusses treiben lassen werden. Stay tuned!“

-Mathieu und Damien.

Odisea Episode 2 - Flussabwärts am Río Petrohué im Rucksack-Kajak

"Lasst mich zu Beginn die Umwelt genauer beschreiben. Die Umgebung rund um den Fluss ist ein Schutzgebiet, ein ruhiges Königreich, eine Kreuzung zwischen dem Meer und den Bergen. Alles was das menschliche Leben ausmacht, scheint hier vereint zu sein: friedliche Hütten die mit einem Holzofen gewärmt werden, ruhige Wälder, langsame Bewegungen von einigen Männern zwischen den Felsen und die Vulkane, eingehüllt von Schnee im goldenen Himmel. Mit Freude beobachten wir das Erwachen der Natur nach dem südlichen Winter, die Bäume beginnen zu blühen, ein leichter Wind weht. Das Wetter war perfekt und wir konnten die Flüsse ins Meer fließen sehen.

Nach dem anstrengenden Aufstieg und der darauf folgenden Abfahrt vom Osorno Vulkan haben wir unsere Snowboards gegen provisorische Boote getauscht, die uns dabei helfen sollen den Río Petrohué flussabwärts zu kommen. Das Problem war nur, dass wir unser Können leicht überschätzt und die Kraft des Flusses definitiv unterschätzt hatten. Der Río Petrohué, am Fuße des Osorno Vulkans, ist 36 km lang – vom See „Todos los Santos“ bis zur Reloncavi Flussmündung. Als wir am obersten Teil des Flusses (Schwierigkeitsgrad 3+) zu paddeln begannen, wurde uns schnell klar wie stark die Strömung war und wie schwierig es werden würde die Stromschnellen zu passieren – besonders auf Rucksack-Kajaks die eigentlich für ruhige Gewässer gemacht sind.

Zwischen Tränen und Gelächter versuchten wir an diesem Tag hauptsächlich zu überleben. Obwohl ich mein bestes gab, konnte ich nicht den richtigen Rhythmus finden und kippte mitten in den Wellen. Ohne Boot und mit der Gnade der Strömung kämpfte ich einige Minuten bevor ich das Ufer erreichte. Mathieu, der viel besser mit den Umständen zurecht kam, konnte mein Kajak 1 km weiter unten auffangen. Je weiter wir den Fluss entlang paddelten, desto stärker wurden die Stromschnellen.

Die Abenteurer in den Stromschnellen
Die Abenteurer in den Stromschnellen

Wir entschieden uns anzuhalten und beschlossen den Teil, den wir als zu schwierig für uns erachteten, auszulassen. Erschöpft von den Anstrengungen, verbrachten wir die Nacht auf einem kleinen Strand mit dunklem Sand. Nach einer erholsamen Nacht und einigen Stromschnellen zum Frühstück, erreichten wir den unteren Teil des Flusses: ruhiges Wasser und gemütliche Strömungen. Wir schöpften das Wasser aus unseren Booten und segelten ganz trocken in das Cochamo Dorf. Dort machten wir uns auf die Suche nach einem größeren Boot um den Fjord zu durchkreuzen – dies wäre unmöglich mit unseren kleinen Booten.

Mathieu und Damien auf ruhigem Gewässer
Mathieu und Damien wieder auf ruhigem Gewässer

Wir trafen eine Gruppe von Fischern, die gerade dabei waren aufzubrechen. Einzig wegen meiner Sympathie und Neugier luden sie uns auf ihr Boot ein. Was für eine Erleichterung und welch gute Erinnerung. 5 Minuten nach der Abfahrt übergab mir der Kapitän die Steuerung mit der Anweisung die Richtung beizubehalten. Lächelnd schließt Mathieu sich an. Vor uns erblicken wir die Chiloe Inseln und das Abenteuer geht weiter…"

Die Kapitäne Mathieu und Damien
Die Kapitäne Mathieu und Damien

-Damien und Mathieu

Odisea Episode 3 - Die Insel Chiloé entdecken

"Im Süden von Chile, aber nördlich von Patagonien, liegt die grüne und mysteriöse Insel Chiloé. Sie ist einzigartig und hält was sie verspricht. Hier wird das typische Essen, ein Mix aus Muscheln und Fleisch, auf heißen weißen Steinen gekocht und mit den heimischen Nalca Blättern bedeckt. Nachdem wir uns durch die Bücher von Francisco Coloane und Pablo Neruda geträumt haben, machen wir uns endlich auf den Weg zu den Huillichen – ein indigenes Volk, das auf der Insel Chiloé lebt.

Gleich am ersten Tag lernen wir einige gastfreundliche Bauern kennen, die ihr Stück Land mit uns und ihren Tieren teilen. Ich glaube, es gibt nichts Besseres, als ein Zelt inmitten von alpinen Weiden. Nach den reißenden Flüssen und der Gesellschaft der Fischer, tauchen wir nun in die Welt der Bauern von Chiloé ein. Am Eingang ihrer Häuser steht der Spruch: „Hier gibt es keine Fremden – nur Freunde, die wir bis jetzt noch nicht getroffen haben.“ Offensichtlich haben wir uns einen guten Platz ausgesucht.

Campen inmitten von alpinen Weiden
Campen inmitten von alpinen Weiden

Fernando und Henrietta besitzen circa 30 Schafe, zwei Pferde und einen ordentlichen Garten. Jeden Morgen nutzt Fernando die Wunder des Landes – natürlich mit Zustimmung des Landbesitzers – und erntet Lauch, Salat, Tomaten und anderes Gemüse mit komischen Namen. Matthieu und ich bereiten ein Gemüsebeet für eine neue Kartoffelpflanze vor. Als Austausch für die Arbeit die wir leisten bekommen wir zwei Pferde, um die Strände ganz in der Nähe zu erkunden. Nachdem wir einen Tag am Land verbracht haben, fühlen wir uns wie Don Quichotte auf seinem Pferd als wir die nahegelegenen Surfspots erkunden. Oder besser gesagt um erstmal herauszufinden, ob wir hier überhaupt surfen können.

Auf der Suche nach Wellen
Mathieu und Damien auf der Suche nach Wellen

Am nächsten Tag packen wir unsere Surfboards auf unsere Rucksäcke und machen uns mit unseren Pferden auf die Suche nach Wellen. Was für ein Erlebnis! Nachdem wir einen Vulkan mit unseren Snowboards erklommen haben und einen Fluss mit Rucksack-Kajaks durchquert haben, sitzen wir nun auf Pferden und erkunden die Landschaft von Chiloé mit den Surfbrettern auf dem Rücken. Uns kommt es fast so vor, als ob das Ziel dieses Trips war, in den ästhetischsten und ursprünglichsten Wegen zu reisen.

„Strebe nicht die Unsterblichkeit an, aber reize die Limits des möglichen aus.“, sagte Pindar. Mit dieser Odisea leben wir voll und ganz nach diesem Zitat. Zurück zum Surfen – wir haben etliche Beach Breaks und Riff Breaks entdeckt. Da die Insel aber dicht bewachsen ist, würde man Monate brauchen um die ganze Insel zu erkunden. Deswegen entschieden wir uns dafür nur in einer kleinen geographischen Zone zu bleiben und die Ruhe der abgeschiedenen Insel zu genießen.

Damien in den Wellen
Damien in den Wellen

Zwei Tage verbrachten wir auch mit dem Stammesoberhaupt der Huillichen – Christian Chiguay. Schauplatzwechsel: Das Zelt befindet sich zwischen einer Kirche, einem Friedhof und einem Fußballfeld. Mathieus Ähnlichkeit mit dem französischen Fußballspieler Antoine Griezmann erzeugt Aufregung im Dorf. Jedes Kind möchte seine Fußballkünste testen und gleich beginnen die ersten Fußballspiele unter den belustigten Blicken der Eltern. Als das Fest vorbereitet und in vollem Gange ist, erzählt uns Christian mehr über die erschütternde soziale Situation der Huillichen:

„Wir, die Huillichen und Mapuchen, kämpfen seit Jahren um unsere Rechte. Es ist ein harter Kampf, der ab und zu im Gefängnis oder mit Mord endet. Wir ihr wisst sind die staatlichen Anordnungen die von Pinochets militärischer Diktatur verordnet wurden, noch immer wirksam. Große Landmassen werden an bereits mächtige wirtschaftliche private Gruppen vergeben und somit werden uns die Benefits der Agrarreform gestrichen. Diese großen internationalen Unternehmen pflanzen große Monokulturen an und nehmen uns dadurch das Trinkwasser weg. Aber so wie immer werden nur die direkten Vorteile gezählt. Wir kämpfen gegen die Aktivitäten dieser Unternehmen die Armut verbreiten, die Umwelt zerstören und die Kultur unserer Leute verschlechtert.“

Das Stammesoberhaupt der Huillichen
Das Stammesoberhaupt der Huillichen

Neben dieser Realität, die das himmlische Chile ein bisschen befleckt, sind wir uns sicher, dass Chiloé ein wichtiger Punkt in unserer Odisea war. Ein einzigartiger Ort der Welt, wo Menschen noch im Einklang mit der Natur leben."


Damien und Mathieu

Odisea Episode 4 - Surfen im Königreich von Aurakanien

"Nach vielen Stürmen über der großen Insel von Chiloé, entschieden wir uns, unser Glück etwas weiter nördlich der Insel zu versuchen. Mit der Präzision eines Geographen untersuchten wir die Umgebung, folgten jedem Bach und stiegen auf jeden Felsüberhang um die seltene Perle, den Inhalt all unserer Träume, zu finden: eine endlose Welle in einer ruhigen Bucht - völlig von fremden Blicken geschützt. Eine Art friedliches Königreich für einen egoistischen Traum, den Traum einsamer Surfer.

Surfboards vorbereiten
Vorbereitung der Surfboards

Während des Winters auf der Südhalbkugel, erscheinen Niedrigdruckgebiete nahe der Antarktis und ziehen nach Norden, Richtung Südamerika. Wie auch in Westafrika zieht ein kalter Wasserstrom weiter die Breitengrade hinauf, ideal für die Entwicklung der Unterwasserwelt und ihrer Artenvielfalt. Wie auch Benguela in Namibia, erlaubt Humboldt hier in Chile die Fortpflanzung tausender Meeressäuger, Wale, Seelöwen und Robben… Ein Naturparadies geschützt durch das raue Klima. Spricht man von Surfspots, ist es beinahe das Gleiche.

Surfen im Paradies
Surfen im Paradies

Dieser Kaltwasserstrom erlaubt es uns, mehr Zeit mit unseren Freunden mit Flossen als mit zweibeinigen Mitmenschen zu verbringen und die Wellen können - für alle diejenigen die wissen wie man sie aufsucht - von extremer Intensität sein für. Es ist eine Art Eldorado, der Schatz der Araukanischen Könige. Eine Reihe von Felsmassiven auf 4000 Kilometern stellt das Glück der Kaltwassersurfer sicher. Wenn der Wind gut ist (vor allem vom Süden und Südosten kommend) verbringen wir den ganzen Tag bis zum Sonnenuntergang im Wasser und verlassen es dann taub vor Kälte.

Wenn das Wetter schlecht ist, bleiben wir geschützt in unseren Schlafsäcken. Als der Sturm uns davon abhielt die Außenwelt zu erkunden, entflohen wir in die Literatur. Ich gehe dann auf eine große Reise mit Magellan und mutigen Männern die die Maggellanstraße und das Feuerland entdecken. Das Feuer gehörte den Feuermenschen, den Ureinwohnern der Insel. Nach einer der verschiedenen Überlieferungen, kommt der Ursprung dieses Namens von Maggellan, da er nur Rauch vom Land kommen sah und es daher Tierra del humo, das “Land des Rauches” nannte. Später erklärte Charles der Fünfte, dass es keinen Rauch ohne Feuer gäbe und änderte den Namen in “Feuerland”. Heute sind die Ureinwohner verschwunden, die Feuer erloschen und nur die Legenden verbleiben.

Lagerfeuer am Ende der Odisea
Lagerfeuer am Ende der Odisea

Als wir am Ozean ankamen, endete unser Abenteuer “von der Schneeflocke zur Welle”. Mit einer Träne im Auge finden wir ein wenig Trost in den Versprechungen der Zukunft. Viele Erinnerungen kommen uns in den Sinn. Genau der richtige Zeitpunkt für eine letzte Surfsession. Und wie Magie umringen uns zehn Robben und schwimmen Seite an Seite mit uns auf der letzten Welle.

Letzte Surfsession
Letzte Surfsession mit Robben

Wenn wir dem Weg des Wassers folgen, erkennen wir plötzlich, dass das Leben noch viele Abenteuer zu bieten hat."


Damien und Matthieu

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